GAEB verständlich erklärt: DA XML und die Formate .x81 bis .x86
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Ohne GAEB läuft im deutschen Bauwesen kaum eine Ausschreibung: Der Standard regelt, wie Leistungsverzeichnisse zwischen Planern, Ausschreibenden und Bietern ausgetauscht werden – unabhängig davon, welche Software auf beiden Seiten im Einsatz ist. Trotzdem stolpern Projekte regelmäßig über Formatfragen: Welche Endung ist die richtige? Warum fehlen nach dem Import die Langtexte? Und was unterscheidet .d83 von .x83?
Dieser Artikel bringt Ordnung in die Formatfamilie – kompakt und ohne Normprosa.
Was GAEB ist
GAEB steht für Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen – das Gremium, das seit den 1980er-Jahren Standards für den Datenaustausch im Bauwesen herausgibt. Wenn im Projektalltag von einer „GAEB-Datei" die Rede ist, ist der Standard „GAEB Datenaustausch" (GAEB DA) gemeint: ein strukturiertes Format, das ein Leistungsverzeichnis mit Gliederung, Positionen, Kurz- und Langtexten, Mengen und Einheiten maschinenlesbar transportiert.
Von GAEB DA existieren drei Generationen, erkennbar am ersten Buchstaben der Dateiendung:
| Generation | Endungen | Status |
|---|---|---|
| GAEB DA 1990 | .d81 – .d86 | Veraltet; zeilenbasiert, stark begrenzte Textstruktur |
| GAEB DA 2000 | .p81 – .p86 | Übergangsgeneration; nur noch für Bestandssysteme relevant |
| GAEB DA XML | .x81 – .x86 | Aktueller Standard; XML-basiert, transportiert die vollständige LV-Struktur |
Für neue Projekte gilt: GAEB DA XML verwenden. Die älteren Generationen können deutlich weniger Informationen transportieren – wer heute noch .d83 verschickt, verliert Formatierungen, Struktur und im Zweifel Inhalte.
Die Austauschphasen: wofür 81 bis 86 stehen
Die Ziffer der Dateiendung bezeichnet nicht die Version, sondern die Austauschphase – also den Zweck, für den die Datei erstellt wurde. Dieselbe Ausschreibung durchläuft nacheinander mehrere Phasen:
| Phase | Name | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 81 | Leistungsbeschreibung | Übergabe des LV, z. B. vom Planer an den Ausschreibenden |
| 82 | Kostenansatz | LV mit Kostenansätzen für Kostenermittlung und -kontrolle |
| 83 | Angebotsaufforderung | LV ohne Preise an die Bieter – die klassische Ausschreibungsdatei |
| 84 | Angebotsabgabe | Angebot des Bieters mit dessen Preisen zurück an den Ausschreibenden |
| 85 | Nebenangebot | Abweichender Angebotsvorschlag des Bieters |
| 86 | Auftrag | Beauftragtes LV mit den Vertragspreisen – Grundlage für die Abrechnung |
Eine .x83 ist also nichts Mysteriöses: das aktuelle XML-Format („x"), gefüllt für die Angebotsaufforderung („83") – ein Leistungsverzeichnis ohne Preise, bereit für den Versand an Bieter.
Typische Stolperfallen beim GAEB-Austausch
- Verlorene Langtexte: Beim Export aus der AVA-Software oder bei Konvertierungen zwischen Generationen gehen ausführliche Beschreibungen verloren – der Bieter kalkuliert auf Kurztexten.
- Gebrochene Gliederungen: Losweise Exporte oder nachträgliche Änderungen erzeugen Lücken und Sprünge in der Ordnungszahl-Struktur.
- Falsche Phase: Eine .x81 statt .x83 an Bieter verschickt – im besten Fall Rückfragen, im schlechtesten kalkuliert jemand auf der falschen Grundlage.
- Excel-Umwege: Konvertierungen über Tabellenkalkulationen kappen fast immer Strukturinformationen; auf dem Rückweg ins GAEB-Format fehlt dann Substanz.
- Inkonsistente Einheiten und Mengen: Das Format transportiert, was drinsteht – auch Fehler. GAEB-konform heißt nicht inhaltlich richtig.
Formatprüfung ist nicht Qualitätsprüfung
Der letzte Punkt verdient einen eigenen Abschnitt, weil er im Alltag oft verwechselt wird: Dass eine Datei sich fehlerfrei öffnen lässt, sagt nichts darüber aus, ob das Leistungsverzeichnis darin vollständig, konsistent und ausschreibungsreif ist. Klassische GAEB-Werkzeuge prüfen Syntax und Struktur – ob Vorbemerkungen den Positionen widersprechen, Nebenleistungen fehlen oder Mengen unplausibel sind, bleibt unsichtbar. Welche inhaltlichen Fehler das konkret sind, zeigt unser Fehlerkatalog für Leistungsverzeichnisse.
Genau diese Lücke schließt die LV-Analyse von LVision: Sie laden Ihre GAEB-Datei (.x81 bis .x86, auch ältere Generationen) hoch, und die Prüfung analysiert den Inhalt – Vollständigkeit, Konsistenz, formale Korrektheit – mit begründeten Hinweisen im Prüfbericht nach rund fünf Minuten. So wird aus der technisch validen Datei ein inhaltlich geprüftes LV, bevor es in die Ausschreibung geht – der wirksamste Schritt, um Nachträge zu vermeiden.
Häufige Fragen
- Womit kann ich eine GAEB-Datei öffnen?
- Mit jeder AVA-Software, vielen Kalkulationsprogrammen oder spezialisierten GAEB-Viewern. Ein Umweg über Excel funktioniert nur mit Konvertern und kostet meist Struktur-Informationen. Für die inhaltliche Prüfung eines LV können Sie die Datei auch direkt in LVision hochladen.
- Was bedeutet die Endung .x83?
- Das „x" steht für das aktuelle Format GAEB DA XML, die „83" für die Austauschphase „Angebotsaufforderung": ein Leistungsverzeichnis ohne Preise, das an Bieter verschickt wird. Analog steht .x84 für die Angebotsabgabe mit Preisen des Bieters.
- Welche GAEB-Version sollte ich verwenden?
- Für neue Projekte GAEB DA XML (Dateiendungen .x81 bis .x86). Die älteren Formate DA1990 (.d81 …) und DA2000 (.p81 …) sind nur noch für den Austausch mit Bestandssystemen relevant und können weniger Informationen transportieren.
Prüfen Sie Ihr LV, bevor Sie ausschreiben.
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